Heilige Gebete und Andachten

Eine Sammlung von Gnadenschätzen der katholischen Kirche in Text und Bild

Archiv für die Kategorie ‘Andachten’

Kurze Gebete für jeden Tag der Woche, um an den sieben Freuden und sieben Schmerzen Mariens teilzunehmen

Verfasst von immaculata am Juni 27, 2009

Gnadenbild Maria HilfSONNTAG

DIE FREUDE MARIENS

O Maria, durch die große Freude, die dein Herz empfand, als die heilige Dreifaltigkeit durch die Botschaft des Engels dich zur Mutter des ewigen Gottessohnes erwählte, bitte ich dich, du wollest mich dieser seligen Botschaft teilhaft machen und das ewige Heil in Christus erwerben lassen.

DER SCHMERZ MARIENS

Heilige Mutter Maria, dir wurden mitten in deinen Mutterfreuden durch den Mund Simeons die künftigen Leiden vorhergesagt. Von da an hast du das Schwert der Schmerzen in deiner Seele empfunden, hast im Geist das schmerzliche Opfer gebracht und dich gehorsam und willig dem Ratschluss der göttlichen Leitung unterworfen. So ist diese Weissagung für dich die Quelle vieler Leiden, aber auch großer Verdienste geworden. Darum erwirb mir die Gnade, in allen Prüfungen meinen Willen vollkommen mit dem heiligen Willen Gottes zu vereinen.

MONTAG

DIE FREUDE MARIENS

O Maria, durch den überschwänglichen Trost, mit dem dein Herz erfüllt ward, da du deinen Sohn geboren und mütterlich liebkost hast, bitte ich dich, du wollest mir die Gnade erwerben, dass auch ich Jesus, meinen Heiland, liebe und mit ihm ewig verbunden sei.

DER SCHMERZ MARIENS

Heilige Mutter Maria, zu den Entbehrungen im Stall von Bethlehem, die deine mütterliche Liebe trug, kamen die Gefahren und Beschwerden der eiligen Flucht in fremdes Land. Du aber, Maria, bist in Glauben und Gehorsam den Weg gewandelt, den Gott dich führen wollte. Du hast dich mit kindlichem Vertrauen seiner Führung überlassen und bist so die Mutter der heiligen Hoffnung geworden. Möge auch ich durch deine Fürsprache die Gnade erlangen, im Leiden voll Glauben zu Gott aufzuschauen und in Gehorsam und Vertrauen auszuharren, bis ich getröstet werde.

DIENSTAG

DIE FREUDE MARIENS

O Maria, durch die innige Freude, die dir widerfuhr, da die drei Weisen aus dem Morgenlande dein Kind mit Geschenken ehrten, bitte ich dich, du wollest mir die Gnade erwerben, dass ich Jesus, deinem Sohne, mich selbst vollkommen hingebe und in Glaube, Hoffnung und Liebe beständig sei.

DER SCHMERZ MARIENS

Heilige Mutter Maria, von allen Sorgen eines Mutterherzens ist dir nur eine erspart geblieben: die von den Fehlern der Kinder herrührt. Auch als Mutter des göttlichen Sohnes hast du durch Tage hin um ihn lastende Sorge ausstehen müssen. In innigem Mitgefühl mit dem Kummer deines liebreichen Herzens und um der Verdienste willen, die du dabei erworben hast, bitte ich dich um deine Fürsprache, dass wir nach deinem Vorbild, die Eltern gegen die Kinder, Vorgesetzte gegen die Untergebenen, unsere Pflichten mit aller Treue erfüllen mögen.

MITTWOCH

DIE FREUDE MARIENS

O Maria, durch die Freude, die du empfunden hast, als dein verlorener zwölfjähriger Sohn im Tempel unter den Schriftgelehrten wiedergefunden ward, bitte ich dich, du wollest mir helfen, dass ich meinen lieben Jesus, den ich durch meine Sünden verloren habe, durch wahre Buße mit Freuden wiederfinden und behalten möge.

DER SCHMERZ MARIENS

Heilige Mutter des Erlösers, welcher Schmerz war es für dich, den Sohn auf seinem Leidensweg zu sehen inmitten der rohen Menge und fast erliegend unter der Last des Kreuzes! Und um so bitterer euer Schmerz, je größer die Liebe. Heilige Mutter, um der Bitterkeit deines Schmerzes willen erflehe mir die Gnade, in Kreuz und Leiden mich mit jener Gesinnung Gott anheimzugeben, mit der dein Sohn das schwere Kreuz getragen hat und mit der du selbst mit seinem Leiden dich vereinigt hast.

DONNERSTAG

DER SCHMERZ MARIENS

Die Qualen des Kreuzestods Jesu sind der teure Preis, um den wir erlöst wurden. Mit unnennbaren Schmerzen hat er sich eingegraben in dein mütterliches Herz, Maria. In dieser Stunde bist du die schmerzhafte Mutter, die Königin der Martyrer, eine Martyrin der Liebe geworden um deines Kindes willen und für uns sündige Menschen. Wie groß war dein bitteres Leiden! Um deiner gemarterten Liebe willen erflehe mir eine innige Liebe zum Erlöser, deinem göttlichen Sohn, auf dass ich dankbar seines Leidens gedenke, meine Sünden tief bereue und in der Gemeinschaft seiner Gnade leben und sterben möge.

DIE FREUDE MARIENS

O Maria, durch den unaussprechlichen Jubel, der dein Herz erfüllte, da dein Sohn nach seiner Auferstehung  dir am Ostertag erschien, bitte ich dich, du wollest mir bei deinem lieben Sohn eine fröhliche Auferstehung erwirken.

FREITAG

DER SCHMERZ MARIENS

Heilige Mutter Maria, was für ein Schmerz für dich, den toten, gemarterten Sohn auf deinem Schoße zu empfangen! Groß wie das Meer war die Bitterkeit deines Schmerzes, sie erregt das Mitleid.

Du kennst die Not des menschlichen Herzens. So sei mir denn eine gute Mutter in der Stunde, da alle Lebenskraft und Freude schwinden und in die Angst des Todes enden wird: sei dann meine Trösterin und bitte für mich, dass ich der Erlösung teilhaft werde in der ewigen Auferstehung. Steh mir bei im letzten Streit, Mutter der Barmherzigkeit!

DIE FREUDE MARIENS

O Maria, durch die herzliche Fröhlichkeit, mit der du deinen lieben Sohn glorreich zum Himmel hast auffahren sehen, bitte ich dich, du wollest mir Flügel der Sehnsucht geben, dass ich mich von der Welt löse und mit Jesus allzeit dem Himmel zu strebe, wo ich allein mein Genügen haben kann.

SAMSTAG

DER SCHMERZ MARIENS

Heilige Mutter Maria, du hast deinem lieben Sohn noch die letzte Liebe erwiesen und ihn zum Grab geleitet. Dich tröstete das Wort, das er gesagt von seinem Wiederkommen. Erbitte mir, du starke Frau, die Kraft des Glaubens, dass ich im Leid um einen lieben Verstorbenen nicht ohne Hoffnung  sei, sondern an die ewige Heimat denke, der wir als Christen durch des Erlösers, deines Sohnes, Liebe entgegengehen dürfen. Bitte für uns, Mutter der Liebe und Königin des Himmels, dass er uns alle vereine im Reich des Vaters.

DIE FREUDE MARIENS

O Maria, durch die unaussprechliche Wonne, mit der dein Herz am Pfingsttag vom Heiligen Geist erfüllt und mit Gaben beschenkt ward, bitte ich dich, du wollest durch deine Fürsprache meinem Herzen die Fülle des Geistes erflehen, dass ich, von Gottesliebe durchdrungen, immer näher komme der ewigen Liebe.

Ars sacra 12455

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Maria, Königin des Weltalls und Vermittlerin aller Gnaden

Verfasst von immaculata am März 26, 2007

Vermittlerin aller GnadenO Maria, Du hast uns Jesus gebracht und mit Jesus alle Gnaden! Demütig bitten wir Dich, sei Du unser Weg, um zu Jesus zu gelangen. Sei unsere Fürbitterin bei Deinem göttlichen Sohne, die Mittlerin, durch die wir alle Gnaden erhalten, die uns zum Heile notwendig sind! Sei unsere Hilfe in der Not, unser Trost in der Trübsal, unsere Stärkung in Versuchungen, unsere Hilfe in allen Gefahren, besonders im letzten Kampf unseres Lebens, in der Stunde des Todes, in dem großen Augenblick, von dem unsere  Ewigkeit abhängt.

Dann, gütige Jungfrau, laß uns die Liebe Deines mütterlichen Herzens und die Größe Deiner Macht bei Jesus erfahren; dann öffne uns im Quell der Erbarmung selbst eine sichere Zufluchtsstätte, daß wir mit Dir Ihn preisen dürfen im Himmel die ganze Ewigkeit. Amen.

Gnadenbild Unserer Lieben Frau, der Königin des Weltalls und Vermittlerin aller Gnaden, Kanisiuswerk, Freiburg / Schweiz.

 Imprimatur: Friburgi Helv., die 1. II. 1956. L. Waeber, vic. gen.

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Wachet und betet

Verfasst von immaculata am Januar 5, 2007


Wachet und betet

Originally uploaded by Immaculata Helvetia.

Papst Pius X. hat durch ein Dekret der Ablaß-Kongregation vom 9. März 1904 allen Gläubigen einen vollkommenen Ablaß für die Sterbestunde gewährt, wenn sie einmal während ihres Lebens an einem beliebigen Tage nach würdigem Empfange des Bußsakramentes und der Kommunion mit wahrer Liebe zu Gott folgendes Gebet verichten:
„Herr, mein Gott, schon jetzt nehme ich jede Art des Todes, wie es Dir gefallen wird, mit allen ihren Ängsten, Leiden und Schmerzen mit voller Ergebung und Bereitwilligkeit an.“
Außer diesen Bedingungen ist weiter nichts gefordert. Nur sorge man, im Augenblicke des Todes im Stande der heiligmachenden Gnade zu sein.

Druckerlaubnis des bischöfl. Ordinariats Chur. M. Gisler in Altdorf.

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Das St. Ignatiuswasser

Verfasst von immaculata am Dezember 12, 2006

Sankt Ignatius von Loyola, ManresaDer hl. Ignatius, 1491 auf Schloß Loyola in Spanien geboren, war zuerst Offizier. Im Krieg verwundet, faßte er, durch Lesung guter Bücher und durch die Exerzitien in Manresa veranlaßt, den Entschluß, den irdischen Kriegsdienst mit dem des ewigen Gottkönigs zu vertauschen. Zum Priester geweiht, gründete er 1540 den Orden der Gesellschaft Jesu. Er starb zu Rom am 31. Juli 1556 und wurde 1622 heiliggesprochen.

Die kirchlichen Urkunden führen mehr als zweihundert Wunder auf, die Gott auf Fürbitte des hl. Ignatius gewirkt hat. Unter den Andachtsübungen zu Ehren des Heiligen scheint Gott besonders der Gebrauch des von der Kirche gesegneten Ignatiuswassers zu gefallen. Viele haben durch dessen Anwendung Hilfe gefunden in Krankheiten aller Art, bei schweren Geburten, in heftigen Versuchungen, ebenso bei Feuersgefahr, bei Viehseuchen und in anderen Anliegen. Auch aus jüngster Zeit werden Fälle wunderbarer Hilfe berichtet.

Man wendet das Ignatiuswasser in der Weise an, daß man ein wenig trinkt oder sich damit besprengt, kranke Stellen befeuchtet. Mit dem Gebrauche des Wassers verbindet man einige Andachtsübungen. So kann man eine Novene halten und während derselben die Sakramente empfangen und mit der Namen-Jesu-Litanei nachstehende Gebete täglich verrichten.

GEBETE

Gott, du hast zur Ausbreitung der größeren Ehre deines Namens die streitende Kirche durch den hl. Ignatius mit neuer Hilfskraft ausgerüstet; gib, daß wir nach seinem Beispiel hier auf Erden kämpfen und mit ihm im Himmel gekrönt zu werden verdienen; durch Christus, unsern Herrn. Amen.

Heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, du gibst dem kranken Leibe Hilfe und behütest deine Geschöpfe mit vielfacher Erbarmung. Offenbare auch jetzt deine Güte bei Anrufung deines Namens. Befreie auf die Fürbitte des hl. Ignatius deine Diener von jeder Krankheit. Richte sie auf mit deiner Rechten; stärke sie mit deiner Kraft; beschütze sie mit deiner Macht. Gib ihnen zum Wohle der Kirche vollkommene Gesundheit zurück; durch deinen Sohn, unsern Herrn Jesus Christus, der mit dir und dem Heiligen Geiste als Gott lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Gott, du hast dich gewürdigt, diesem Wasser deinen Segen zu erteilen. Laß es ein Heilmittel für uns sein. Verleihe uns auf die Fürbitte des hl. Ignatius die Gnade, daß wir durch den Gebrauch dieses Weihwassers Hilfe für Leib und Seele erlangen; durch Christus, unsern Herrn. Amen.

IN SEELISCHEN LEIDEN

O hl. Ignatius, der du im Anfang deiner Bekehrung von übergroßen Ängsten und Zweifeln gequält warst und nur duch Gebet und Buße und demütigen Gehorsam gegen deinen Gewissensführer Ruhe fandest, ich bitte dich, laß auch mich den rechten Weg sehen und einschlagen, um den wahren Frieden in Gott zu finden. Amen.

IN KRANKHEIT ODER ZEITLICHER NOT

O hl. Ignatius, der du so oft den Kranken und Verlassenen, die dich mit Vertrauen anrufen, zu Hilfe gekommen bist und sie wunderbar getröstet und beschützt hast, verleihe auch mir in meiner gegenwärtigen Not und Bedrängnis die Hilfe deiner heilenden und heiligenden Fürsprache und nimm meinen Leib und meine Seele in deinen besonderen väterlichen Schutz. Um dieses bitte ich dich, o hl. Ignatius, durch Christus, unsern Herrn. Amen.

Mit kirchlicher Druckerlaubnis.

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Seele Christi, heilige mich! – Betrachtungen zum Gebet des heiligen Ignatius

Verfasst von immaculata am Dezember 11, 2006

Von P. Anton Loetscher S.M.B.

Anima Christi

Seele Christi, heilige mich
Leib Christi, erlöse mich
Blut Christi, berausche mich
Wasser der Seite Christi, wasche mich
Leiden Christi, stärke mich
O guter Jesus, erhöre mich
Von Dir laß niemals trennen mich
Vor dem bösen Feinde beschütze mich
In meiner Todesstunde rufe mich
Zu Dir zu kommen heiße mich
Mit Deinen Heiligen zu loben Dich
In Deinem Reiche ewiglich! Amen.

(Gebet des heiligen Ignatius)

Seele Christi, heilige mich!

Seele meines Heilandes, aufgenommen in die Personeinheit mit dem allheiligen Gott und darum heilig durch und durch!
In Dir ist alle Fülle der Heiligkeit.
Nur im Empfangen aus Deiner Fülle vermögen wir Menschen heilig zu werden.
Du bist die einzige Quelle der Heiligkeit.
Heiligste Seele meines Herrn, Du vereinigst Dich in der heiligen Kommunion mit meiner Seele.
Laß da jedesmal die Glut Deiner Heiligkeit meine Seele erwärmen.
Heiligste Seele meines Heilandes, aufgenommen in die Gottheit und daher wunderbar frei von allem Hängen am Irdischen, löse auch mich von jedem ungeordneten Hängen  an irdischen Dingen.
Seele Christi, heilige mich!

Leib Christi, erlöse mich!

Du heiliger Leib meines Herrn,
Du bist gebildet worden im Schoße der jungfräulichen Mutter, auf daß Du Opfergabe werden könntest für unsere Sünden – also auch für meine.
Heiliger Leib meines Herrn, schon kurz nach seiner Geburt dem Himmlischen Vater zu meiner Erlösung aufgeopfert mit den Worten: „Einen Leib hast Du mir bereitet: Siehe ich komme, Deinen Willen zu erfüllen.“
Leib meines Herrn, für unsere, ja für meine Erlösung in Leiden und Tod gegeben – in den qualvollen Tod am Kreuz.
Leib meines Herrn, für uns Menschen und um unseres Heiles willen gekreuzigt, begraben, aber wieder auferweckt in Herrlichkeit.
Leib meines Jesu, vergeistigt und verklärt zugegen in der heiligen Hostie, die ich empfange.
Vereinige meinen Leib mit Deinem Leibe.
Befreie meinen Leib von der Schwere der Sünde,
verkläre ihn schon hienieden mehr und mehr,
mache ihn immer freier für Gottes Dienst,
immer bereitwilliger zum Guten,
immer adeliger.
Leib Jesu Christi, laß meinen Leib immer mehr sein eine Verherrlichung seines Schöpfers!
Leib Christi, erlöse mich, erlöse mich nicht vom Leibe, sondern vom einzigen wriklichen Übel, von der Sünde.
Leib Christi, erlöse mich!

Blut Christ, berausche mich!

Blut meines Erlösers, vergossen als kostbarer Lösepreis für meine Sünden,
Blut, strömend aus den Wunden meines Herrn,
Blut aus dem Herzen, das geliebt hat wie keines so stark und treu,
Blut, von dem ein Tropfen genügte, um alle Sünden der ganzen Welt wegzuspülen,
du starkes Blut, tränke mich!
Nein, tränke mich nicht nur, sondern berausche mich!
Berausche mich, daß ich mich selbst vergesse und von Dir getragen nur noch lebe für Gott.
Blut Christi, berausche mich,
daß ich alle Hemmungen der Menschenfurcht verliere
und mutig für meinen Heiland einstehe.
Blut Christi, berausche mich mit jenem heiligen Rausche, der die Freiheit nicht mindert oder aufhebt, sondern erhöht.
Blut Christi, berausche mich!

Wasser der Seite Christi, wasche mich!

Wasser, mit dem Blute geflossen aus der mit der Lanze eröffneten Seite des Herrn,
Du bist das Sinnbild der heiligen Taufe.
Du hast mich schon gewaschen von der Makel der Erbschuld.
Wasser der Seite Christi, fließe im Bußgericht immer wieder über meine arme Seele.
Wasche mich immer und immer wieder von den Flecken persönlicher Schuld, der schweren und der läßlichen Schuld.
Wasser der Seite Christi, ich halte Dir meine Seele hin
mit einem tiefen Verlangen nach Reinheit.
Rinne über sie, reinige sie, erfrische sie, erneuere sie.
Wasser der Seite Christi, wasche mich!

Leiden Christi, stärke mich!

Ja stärke mich,
stärke mich besonders zum heilbringenden Leiden.
Dem Leiden gegenüber fühle ich nämlich meine größte Schwäche.
Wenn das Leiden kommt, das Unangenehme, das Schwere, dann bin ich sofort versucht zu fliehen, feige davonzulaufen.
Du Leiden des Herrn,
du unverdientes Leiden,
du ganz frei getragenes Leiden,
du heilbringendes Leiden,
du Leiden, aus dem mir und der ganzen Welt Freude erblüht und Leben,
Leiden meines Heilandes, stärke mich!
Mach mich mutig und stark dem Kreuze gegenüber.
Zeige mir, daß auch ich nur durch Leiden und Kreuz eingehen kann in die Herrlichkeit ewigen Lebens,
die ich ersehne und erhoffe.
Leiden meines Herrn,
für mich getragenes Leiden, trage mich.
Leiden Christi, stärke mich!

O guter Jesus, erhöre mich!

Guter Jesus,
gut nenne ich Dich, nicht nur gütig,
denn Du bist gut durch und durch, wesenhaft gut.
Du bist als Gott der allein Gute
und als Mensch die leibhaftige Güte Gottes.
Du bist der Quell alles Guten und aller Güte.
Daher bitte ich: Erhöre mich!
Neige Dich, Du Guter, zu mir.
Schenk mir Deine Aufmerksamkeit und höre mich an,
Wenn auch noch so armselig ist, was ich Dir zu sagen habe.
Und wenn auch noch so geringfügig die Dinge sind, um die ich bitte…,
gib sie mir, wenn sie gut sind für mich.
Guter Jesus, erhöre mich –
mich, den Unguten, der so dringend des Gutseins bedarf.
Erhöre mich, daß ich werde ein Abglanz und ein Werkzeug Deines Gutseins an vielen.
Erhöre mich, daß durch mich das Gute in der Welt wachse.
Guter Jesus, erhöre mich!

In Deine Wunden verbirg mich!

So wie es im Alten Bunde Zufluchtsstätten gab, in denen sich bergen konnten und sichern vor ihren Verfolgern, die wegen einer Schuld verfolgt waren, so sind uns im Neuen Bunde Deine Wunden zur Zufluchtsstatt geworden, wenn Gottes Strafgerichte uns verfolgen.
Du hast Deine Wundmale nach der Auferstehung beibehalten, um sie dem Vater zu zeigen,
auf daß er uns schone um ihretwillen.
Siehe, Herr, auch ich bin ein Schuldiger.
Auch ich habe schon oft Gottes Strafe verdient.
Da nehme ich Zuflucht zu Deinen heiligen Wunden.
Zeige sie dem Vater, damit er um ihretwillen auch mich verschone.
Birg mich in Deinen Wundmalen,
sichere mich in ihnen vor den Strafgerichten,
vor den wohlverdienten Strafen.
In Deinen Wunden verbirg mich!

Von Dir laß niemals trennen mich!

Mein König und Herr,
laß niemals zu, daß ich mich trenne von Dir; denn Du bist mein Reichtum.
Ohne Dich stünde ich arm vor dem ewigen Vater.
Du bist meine Stäke,
Von Dir getrennt wäre ich schwach zu allem übernatürlichen Guten.
Mit Dir aber, wenn Du mich stärkst, vermag ich alles.
Du bist meine Freude,
die wahre Freude, die tief innen und dauernd beglückt,
die auch von irdischem Unglück nicht ausgelöscht wird.
Du bist mein Licht,
getrennt von Dir tappe ich im tiefsten Dunkel.
Du bist mein Weg,
getrennt von Dir ginge ich in die Irre.
Du bist mein Leben,
getrennt von Dir fiele ich in den Tod.
Herr, ich dürste nach Licht und Leben,
ich suche Freude und Reichtum, Sicherheit und Kraft.
Darum bitte ich innig:
Von Dir laß niemals trennen mich!

Vor dem bösen Feind beschütze mich!

Vor dem bösen Feind, der umhergeht und sucht, wen er verschlinge.
Vor dem bösen Feind, den Du selber einen Lügner nennst und den Vater der Lüge,
vor dem bösen Feind, dem Satan, dem Verführer und der alten Schlange,
vor dem bösen Feind, der das Böse unter dem Schein des Guten mir vorstellt,
vor dem bösen Feind, der, einmal abgewiesen, nicht ruht, sondern hingeht und noch andere böse Geister zu Hilfe ruft,
vor dem bösen Feind, der mit List und Gewalt mich von Dir, meinem Heiand und Glück, abzubringen sucht,
vor diesem bösen Feinde, der immer böse ist, der auch an Dich, den Heiligsten, als Versucher herantrat.
Vor dem bösen Feind, den Du überwunden hast,
vor dem bösen Feind beschütze mich!

In meiner Todesstunde rufe mich!

In meiner Todesstunde,
die unaufhaltsam näher kommt,
mit jedem Pulsschlag, mit jedem Atemzug;
in meiner Todesstunde,
die vielleicht schon sehr nahe ist, viel näher als ich meine;
in meiner Todesstunde, die sicher näher kommt,
und der ich nicht zu entgehen vermag;
in meiner Todesstunde,
wenn meine Kräfte mich verlassen,
wenn meine Sinne schwinden,
wenn es einsam wird um mich,
wenn die Angst nach meinem Herzen greift,
wenn die Welt mit all ihrer Pracht und mit all ihrer Kunst und Technik mir keinen Halt mehr bieten kann,
wenn auch meine Freunde mir nicht mehr zu helfen vermögen,
wenn meine Hände nach einem Halt tasten,
dann rufe Du mich, guter Herr!
In meiner Todesstunde rufe mich!

Zu Dir zu kommen heiße mich!

Zu Dir, meinem Richter,
der gerecht ist und barmherzig zugleich,
der von meiner Schuld abzieht die Schuld meiner Vorfahren und meiner Umgebung.
Zu Dir zu kommen heiße mich!
Zu Dir, meinem gütigen Erlöser,
der mich in der Taufe geheiligt und zu seinem Bruder gemacht hat,
zu Dir, der im Bußsakrament mir sooft verziehen hat,
zu Dir, der in der heiligen Kommunion sooft mich mit seiner Freundschaft beglückt hat,
zu Dir, der sich sooft in seinen Einsprechungen zu mir geneigt hat,
zu Dir zu kommen heiße mich!
Zu Dir, meinem König und Gott,
zu Dir, dem ewigen Sieger,
der mir an seinem strahlenden Siege Anteil geben will.
Zu Dir, meinem Glück, meiner Wonne und Seligkeit,
zu Dir,
ja zu Dir zu kommen heiße mich!

Mit Deinen Heiligen zu loben Dich

Mit Deinen Heiligen,
Deinen Freunden,
meinen Brüdern.
Mit Deinen Heiligen,
die in ihrer Gesamtheit Deine Größe und Herrlichkeit widerstrahlen, weil sie heilig sind durch Deine Heiligkeit;
mit Deinen Heiligen, die ohne Unterlaß Dein Erbarmen besingen,
Deine Größe und Herrlichkeit,
mit diesen Heiligen laß mich Dich loben!

In Deinem Reiche ewiglich!

ewig, ohne Ende, ohne Pause, ohne Ermüdung.
Immerdar laß mich Dich loben
in Deiner strahlenden Herrlichkeit,
in Deinem Reiche.
Amen. So soll es sein. So gib Du es. — Du!

Imprimatur: Friburgi Helv., die 11. V. 1960, L. Waeber, vic. gen.
Kanisius-Verlag, Freiburg/Schweiz; Konstanz/Baden; München 23

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Die vollkommene Reue – Ein goldener Himmelsschlüssel

Verfasst von immaculata am November 7, 2006

Pater peccavi

Der gelehrte und fromme Kardinal Franzelin tat den Ausspruch: Wenn ich als Prediger die Länder durchziehen könnte, würde ich von nichts öfter reden als von der vollkommenen Reue, denn dies ist eine sehr wichtige Sache; unzählige Seelen sind im Himmel, die ohne sie verloren gegangen wären. Ein jeder Christ sollte über die Tragweite und Wirksamkeit eines Aktes vollkommener Liebe und Reue, sowohl für seine eigene als auch für die Todesstunde anderer, deren Zeuge er sein mag, gründlich unterrichtet sein.

Die vollkommene Reue ist in Wahrheit ein goldener Himmelsschlüssel, mit dem man jeden Tag, ja jeden Augenblick den Himmel aufschließen kann, wenn er durch eine Todsünde verschlossen ist. Aber diese muß im Leben gelernt und geübt werden.

Was ist die vollkommene Reue?

Die Reue ist ein Schmerz der Seele, und ein Abscheu über die begangenen Sünden, mit dem festen Vorsatz, sein Leben zu bessern und nicht mehr zu sündigen. Die gute Reue muß innerlich sein; sie darf nicht bloß gedankenlos mit den Lippen gesprochen werden. Es ist nicht nötig, daß die innerliche Reue sich durch Seufzen und Tränen äußerlich kund tue. Das Wesen der Reue liegt im Willen der Seele, der sich ernsthaft von der Sünde weg zu Gott wendet. Die Reue muß allgemein sein, sie muß alle begangenen, wenigstens die schweren Sünden, umfassen. Die Reue muß übernatürlich sein; d. h. aus übernatürlichen Beweggründen hervorgehen.

Es gibt eine vollkommene und eine unvollkommene Reue. Die unvollkommene Reue besteht darin, daß man seine Sünden bereut, weil man den Himmel verloren  und die Hölle verdient hat; die vollkommene Reue aber ist ein Akt der Liebe zu Gott: weil wir ihn, das höchste und liebenswürdigste Gut, beleidigt haben, der uns von Ewigkeit geliebt, unser ganzes Leben lang mit Wohltaten überhäuft hat. Der Mensch schwimmt gleichsam in den Wohltaten Gottes; dafür gebührt Gott eine dankbare Gegenliebe. Aber in der Sünde liegt ein schrecklicher Undank. Die vollkommene oder Liebesreue ist eine große Gnade Gottes, die man mit Demut erbeten muß.

Im alten Testament war die vollkommene Reue das einzige Mittel, Verzeihung der Sünden zu erlangen. O wer zählt all’ die Seelen, die durch Gottes Gnade und Barmherzigkeit, durch einen Akt vollkommener Reue gerettet wurden. Man kann die innigste Reue schon mit wenigen Worten ausdrücken, wenn man nur die Liebe hineinlegt, z. B. „Mein Jesus, Barmherzigkeit“. „O mein Gott, ich liebe Dich über alles.“

„Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz,
Und dies ist mir der größte Schmerz,
Daß ich erzürnt, Dich höchstes Gut,
Ach, wasch mich rein in Deinem Blut.“

Herrliche Wirkungen der vollkommenen Reue

Der gütige Gott hat große und herrliche Wirkungen mit der vollkommenen Reue verbunden. Sie bewirkt beim Sünder sofortige Verzeihung der Sünden, bevor er noch das Bußsakrament empfängt. Hätte ein Sünder Jahre lang Todsünden begangen, ja Sünden, die nur der Papst lossprechen kann, wenn er einen Akt vollkommener Reue erweckt mit dem Vorsatz zu beichten, so kommt er sofort in den Stand der Gnade; Gott liebt ihn wieder als sein Kind und er wird ein Erbe des Himmels. Wer beichten kann, muß diesese sobald als möglich tun. Beim Gerechten sichert und vermehrt die vollkommene Reue die heiligmachenden Gnade, tilgt die läßlichen Sünden und die vielen Sündenstrafen, befestigt und kräftigt die Seele in der Liebe zu Gott. Wer aber vermessentlich auf Gottes Barmherzigkeit sündigt mit dem Gedanken, ich kann durch eine vollkommene Reue noch gerettet werden, der verwandelt diese kostbare Himmelsarznei der vollkommenen Reue in ein Höllengift. Für jene Seelen aber, die guten Willens sind, aber oft aus Schwäche in eine schwere Sünde fallen, können durch die Übung der vollkommenen Liebesreue geheilt und in der Liebe zu Gott immer mehr befestigt werden. Durch die öftere Erweckung der Liebesreue wird der Gnadenstand in der Seele vermehrt und ein Grad Gnade ist mehr wert, als alle Reichtümer der Welt. Die Seele wird vor Gott immer schöner und ihre Glorie im Himmel immer größer. Wie die Liebesreue die Flecken der Seele tilgt, können wir an den heiligen Büßern sehen. Zur heiligen Maria Magdalena sprach der Heiland: „Ihr wird viel verziehen, weil sie viel geliebt hat.“ Und der heiligen Büßerin Margareta von Cortona gab der Heiland die Verheißung, er habe ihr einen Sitz unter den Seraphim bereitet. Oft verleiht Gott reumütigen Büßern größere Gnaden wegen ihrer Liebesreue, als Unschuldigen. Wer in plötzlicher Todesgefahr nicht mehr beichten kann, und sofort eine vollkommene Reue erweckt, für den wird sie ein Himmelsschlüssel werden. Den Sterbenden soll man oft eine vollkommene Reue zu erwecken suchen, durch Vorbeten kurzer Liebesakte. Liebe Seele, erwecke jeden Abend, ebenso, wenn du einen bedeutenden Fehler begangen, andächtig eine vollkommene Reue und mache den  ernsten Vorsatz, diesen Himmelsschlüssel recht eifrig zu benützen für dich und andere.

Liebesreue

Du liebst mich, Herr, von Ewigkeit.
Und starbst für mich im schwersten Leid.
Mein Herr, dies Leid erschüttert mich,
Ob dieser Liebe klage ich.
Weh, daß ich meinen Gott vergaß,
Und frech der Sünde mich vermaß,
Mein Gott, hätt’ ich dich nie gekränkt,
Mein Herz sei ewig dir geschenkt,
Du Gotteslamm, das tilgt die Schuld,
Erbarme dich nach deiner Huld. Amen.

Gebet für die Sterbenden

O Maria, du Ausspenderin der Barmherzigkeit Gottes, ich bitte Dich, durch den Gnadenvorzug Deiner unbefleckten Empfängnis und durch jene unermeßlichen Schmerzen beim Tode deines lieben Sohnes, opfere du dem ewigen Vater an meinerstatt das kostbare Blut deines Sohnes auf als ein Bittopfer, um die Gnade einer vollkommenen Reue für die sterbenden Sünder zu erlangen. Gegrüßt seist du, Maria.

Imprimatur: Friburgi, Helv., 7 Junii 1927, L. EMS, vic. gen. – Kanisiuswerk, Freiburg (Schweiz)

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